Es ist schon ein paar Jährchen her, da riss sich Elli, mein damaliger Hund, beim morgendlichen Spaziergang eine Kralle aus. Ich fuhr sofort zum Tierarzt, und der entschied sich für eine Sofort-OP und legte sie in Narkose. Sie schlief ein, entleerte dabei nochmal in totaler Entspannung ihre Blase und lag ganz schlaff in meinen Armen, wie ein halber Pfund schwerer Sack. Eine Tierarzthelferin nahm sie mir ab und dann stand ich plötzlich ganz alleine da. Mit der Leine in der Hand ging ich aus dem Behandlungsraum und traf im Wartezimmer meinen Nachbarn. Der Nachbar ist ein alter Jäger, eigentlich schon pensioniert, aber er schießt immer noch gerne, besonders zu Silvester. Ich streichelte seinen Hund und er fragte, warum ich hier sei, da schoss es plötzlich aus mir hinaus und ich fing an zu heulen, so sehr, dass ich nicht mal mehr sprechen konnte. Er missdeutete die Situation aber und tröstete mich. Ach Kleines. Nicht traurig sein. Ich kenne einen Züchter, der besorgt dir einen neuen Hund.
Am Nachmittag wollte ich sie wieder abholen. Ich kam gerade von einem Zahnarzttermin.
"Hallo, ich möchte meinen Hund abholen, bitte."
Die Tierarzthelferin schaute mich unbarmherzig an und fragte trocken: Sie wollen Ihr Huhn abholen?