Denis hat mich überraschend mit einem Stöckchen beworfen.
Erotische Literatur, hmmmm.
1. Erzähl uns etwas über erste Stück Erotik, dem Du begegnet bist - nicht notwendigerweise in “richtiger” erotischer Literatur.
Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, was das sein könnte. Wäre möglich, dass es ähnlich wie bei Denis ein Buch aus einer Bibliothek war. Ich erinnere mich sogar daran, zu ganz wilden Zeiten ein Buch gelesen zu haben, dessen Handlung mir völlig entfallen ist, bis auf eine Szene in einem Zug. Mit Sex. Mehr als das weiß ich davon nicht mehr, aber auf der letzten Seite des Buches hatten andere jugendliche Leser ihre Meinung zu dem Erzählten niedergeschrieben. Der letzte Kommentar war nur "Laaaangweilig!", was ich im Großen und Ganzen bestätigen konnte, aber ich schrieb noch dazu "Die Szenen von Seite 122 bis 127 waren doch ganz heiß, eigentlich" und hatte nachher Angst, man könne mir in der Bibliothek auf die Schliche kommen. Da dürfte ich etwa dreizehn gewesen sein. Irgendwann dann kam der Kinofilm "Der Pferdeflüsterer" und ich suchte unter den Büchern meiner Eltern nach dem literarischen Pendant. Die Liebesszenen darin waren für mich auch neu und aufregend, eigentlich hatte ich nur was über Pferde lesen wollen.
Ich weiß, das ist alles stinklangweilig. War ja auch keine erotische Literatur, war nur Literatur mit einem kleinen Stück Erotik. Sozusagen wie in drei von vier Filmen, nur dass ich mich bis dahin wirklich mit Pferdebüchern und Gudrun Pausewang beschäftigt hatte und nicht mit so was.
2. Wie bist du das erste mal an ein richtiges Buch der “verbotenen” Sorte gekommen?
Das war eine Bestellung bei Amazon. Ich tarnte es gut als Buch für die Schule, was meinen Vater dann dazu brachte, mir das Geld dafür zurückzugeben. Glücklicherweise wollte er die Rechnung nicht sehen, Der Verführer klingt ja nicht so sehr nach Schullektüre. Später habe ich ihm heimlich das Geld zurückgelegt, immer in kleinen Stücken. Also, in kleinen Teilen, so was wie Münzen zum Beispiel.
An dieser Stelle mein Dank an die Anonymität des Internets, dank der ich mich nicht in irgendeinem Buchladen für die Wahl des Buches schämen musste. Savanna Smythe schreibt das wirklich ganz gut.
Richard hatte sich längst wieder gefangen und verwickelte Roberto in ein Gespräch über die Bedeutung des Kunstwerks an der Wand hinter dem Sofa, auf dem sie gesessen hatten. Das Werk zeigte eine Reihe von vertikalen Linien, die in ungleichen Abständen verliefen. Winzige Punkte berührten die Linien in scheinbar willkürlichen Intervallen.Unten hatte Richard in schwungvollen schwarzen Buchstaben geschrieben: Susan und der Wolf - 2000. Roberto starrte auf das Bild, aber man sah ihm an, dass ihm keine Deutung einfiel. "Ich gebe auf", sagte er schließlich. "Was stellt es dar?"
"Ein Portrait von zwei verliebten Menschen." Ein Lächeln umspielte Richards Lippen. "Ach, tatsächlich?" Roberto trat einen Schritt zurück und neigte den Kopf nach rechts, dann nach links. "Aber ich sehe es immer noch nicht." Pagan spürte Finger, die unter ihre Strapse griffen. Roberto starrte immer noch auf das Bild, währemd Richards Atem durch ihre Haare wehte. Seine Hand wand sich zwischen ihren Beinen, schob den Schritt des Höschens beiseite und strich mit den Fingern über die nassen Labien.
"Das ist eine DNA", sagte sie lauter, als sie gewollt hatte. Richard zog unauffällig seine Hand zurück, als Roberto sich zu ihnen umdrehte. "Sie hat Recht. Die Kombination von Samen und Pussysaft hat eine gewisse künsterlische Poesie, finden Sie nicht auch?"
3. Ausgeprägte Schweinereien, die unbedingt erwähnt werden müssen
Ja, als ich damals mit dem Dings auf diesem Parkplatz...aber Moment, geht es hier nicht um Literatur? Ganz ehrlich, Denis, deine Stöckchentechniken musst du noch ein bisschen ausbauen.
4. Hast Du schon einmal literarisch inspirierten Sex gehabt?
Einmal? Immer, würde ich fast behaupten. Wie könnte ich Sex haben, ohne an Dinge zu denken, die ich gelesen habe? Wenn ich meine Männer miteinander vergleiche, dann vergleiche ich mich mit dem, was ich gelesen habe. Hätte ich nicht von Sex gelesen, wüsste ich gar nicht, ob ich heute schon Sex gehabt hätte.
Erotik in Literatur ist stimulierender als Erotik in Film. Ich teile mit meinem Bettgenossen gerne auch die Nachtlektüre, um später darin zu versinken.
5.
Es gibt kein 5. Es sind nur vier Fragen? Dann werfe ich die Frage nach "erotische Literatur oder erotischer Film?" einfach in die Runde meiner Leserschaft und erfreue mich an den zahlreichen Kommentaren.