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Alle Drinks

Die Weihnachtsfeiertage, die ich größtenteils krank im Bett verbrachte, gaben mir zurück, was ich sehr lange vermisste, meine Einsamkeit. Ich vermied jeden Kontakt, verließ das Haus zwei Mal täglich für Spaziergänge mit Musik und machte kehrt, sobald ich jemanden erblickte. Bei der aktuellen Wetterlage sind glücklicherweise nicht viele Menschen unterwegs. Diese Woche hat die Uni wieder begonnen. So saß ich gestern etwas verloren im Büro, als Kommilitonen hereinkamen. Nach wenigen Minuten sinnfreien Smalltalks überkam mich eine Panikattacke, mir wurde heiß, die Luft blieb weg, ich stürmte aus dem Raum und ließ die anderen ratlos und verärgert zurück und habe sie seitdem nicht mehr gesehen. Der Grund für meine Erkrankung war, wenn ich so thematisch springen darf, ein ausgedehnter romantischer Spaziergang durch knöchelhohen Schnee mit undichten Schuhen. Ein komischer Kauz, der scheinbar zu menschenfremd ist, mich auch nur zu berühren, die Dates aber nie enden lassen will. Als wir durch den Park streiften, kamen wir an ein paar alten Grabsteinen vorbei, tief verweht unter einer dicken Schneedecke. Wir buddelten einige davon mit eisigen Händen frei und versuchten, im schummrigen Licht der weit entfernten Straßenlaternen die verwitterten Inschriften zu lesen. Was darauf stand, hat der kalte Glühwein mich vergessen lassen. Welch sinnloser Beitrag. Aus Verpflichtung den wenigen Besuchern meines Blogs gegenüber etwas zu schreiben, funktioniert nicht besonders gut, Und ich wete, meine sorgsam platzierten Absätze sind gleich auch wieder verschwunden.
7.1.10 13:30


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Dreihundertfünfundsechzig

Ich schlafe erholsam lange und beschließe nach einem Blick aus dem Fenster zum ersten Mal seit vielen Jahren mit der Bahn zur Arbeit zu fahren. Draußen liegt eine dichte Schneedecke, aber die öffentlichen, unterirdischen Verkehrsmittel werden das sicher schaffen. Mein Vertrauen wird nicht enttäuscht. Auf dem Weg zur Haltestelle legt Musik sich im Park mit ein paar Halbstarken an. Sie verlieren.

Die Bahnen fahren so außerordentlich gut, dass ich mir wie ein Gewinner vorkomme. Ich führe ein paar Telefonate in der U-Bahn, die größtenteils daraus hinauslaufen, dass ich meine Gesprächspartner davon unterrichte, bald meinen eigenen Festnetzanschluss zu haben. Erst als ich wieder zuhause bin, bemerke ich meinen Irrtum.

Kurz vor Mitternacht mache ich mich zu Fuß wieder auf den Weg nach Hause. Leider bin ich in der Zwischenzeit nüchtern geworden, so prägt sich mir das knirschende Geräusch des Schnees unter meinen profillosen Schuhen ins Gedächtnis. Ich überquere eine Eisenbahnbrücke - Musik würde vor Freude schier durchdrehen - und am anderen Ende liegt ein Haus, das scheinbar Zeuge einer rauschenden Party wird. Ein junges Paar verschließt gerade die Eingangstür, laut lachend, ehe sie mich bemerken und verschämt verstummen, als hätte ich etwas Unanständiges mitangehört. Aus dem offenen Fenster im zweiten Stock dröhnt so lautes Stimmengewirr, dass ich am liebsten klingeln würde.

Die unverschließbare Haustür jagt mir wie immer einen Schrecken ein. Im Dachgeschoss haben sich Obdachlose eingenistet. In meiner Wohnung ist niemand, aber ich höre Türen knallen. So lege ich schnell die Kette vor.

31.1.10 00:41





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