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Adventsstimmung – Warten auf den Erlöser

Wir haben vier Stunden lang zusammen Glühwein verkauft, in der perfekten Symbiose – er schenkt aus dem dampfenden Topf ein, ich gebe Rum dazu. Der Wind weht eisig um das Gebäude, und unser Atem vermischt sich kurz, ehe aus dem weißen Dampf ein Nichts wird. Weder er noch ich haben damit gerechnet, haben wir uns am Abend zuvor doch auch erst kurz vor Mitternacht getrennt. Wir könnten beide gehen, aber wir bleiben, bis der Glühwein zu früh leer ist und der Stand abgebaut werden muss. Er hat noch eine lange Reise vor sich. Fällt es ihm schwer, sich von mir zu trennen? Oder ist er wirklich so müde, dass er fast einschläft? Die Tür geht auf und sie kommt herein. Am Dienstag lud sie mich ein, mit ihr und ihrer Chefin heute oder gestern nach Holland zu fahren. Ich fand die Idee gut, die Chefin aber nicht. Sie wiegelte uns beide mit Ausreden ab, obwohl sie mich erst vor ein paar Wochen nachts selber geküsst hatte und ich und Musik sie sehr vermissten. Nun war sie die mit der Beziehung und ich war frei. So frei, wie man eben sein kann, wenn man ich ist. Ihre Ausreden stießen mich vor den Kopf und mir wurde schlecht. So fahre ich also mit niemandem nach Holland, aber sie betritt gerade den Raum, als mir die Luft wegbleibt, weil er sich auf dem Sofa streckt und seine Jacke den Bauch mit der seichten, dunklen Behaarung zu einem winzigen Stück entblößt. Am Wochenende begleitete ich sie abends zu ihrem Bus und hätte sie geküsst, hätte sich die Gelegenheit ergeben, verliebte mich aber noch in der gleichen Nacht in einen anderen und ging mit einem Dritten ein Stückt weit nach Hause, der schlecht küsste und mich nicht gehen lassen wollte, bis ich in unsanft in den Bauch trat. Als ich zuhause meine Emails abrufe, habe ich eine Nachricht von ihrer Chefin, die mir mitteilt, das Zimmer in ihrem Hotel sei doch frei. Ich bin verwirrt. Ich sitze wie ein Kreisel in der Mitte, kann weder zur einen noch zur anderen Seite, drehe meinen Kopf immer schneller und meine Gedanken verwirbeln. Komme ich nach Hause, versinke ich im nichtssagenden und nichtsbringenden Schwarz, aber wenn ich nur die Nase vor die Tür stecke, ist die Welt berauschender und schneller als jemals zuvor. Der Gewinner des letzten Poetry Slams gibt seine Weihnachtsverse zum besten: Schenkt mir zur Weihnacht keine Socken, das haut mich echt nicht mehr vom... äh...
5.12.09 02:12


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