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Der literarische Funke

"Du hast es...diese gewisse literarische Sicht der Dinge..."

 

Das sagte sie vor einiger Zeit zu mir. Ich wunderte mich darüber ein  bisschen und spielte den Satz im Kopf später noch ein paar Mal ab. Was ist denn eine literarische Sicht der Dinge?

Mit weit geöffneten Augen setzte ich mich vor die Uni und betrachtete die Welt, ob sie mir etwas Literarisches offenbarte. Hinter mir drang Baulärm aus dem Gebäude, das Rattern von Bohrern oder Sägen, das Dröhnen in der Grundsubstanz des Gebäudes. Darin konnte ich nichts literarisches finden. An mir vorbei gingen zwei Studentinnen. Ich sah sie mir näher an, aber ich konnte auch an ihnen nichts besonders literarisches entdecken. Die eine war groß und sehr schlank, sie trug eine enge Hose und hochhackige Stiefel. Sie spitzte die Lippen und schlürfte an einem Pappbecher, in dem vermutlich Kaffee verdampfte. Die andere war kleiner und sie sah auch netter aus. Ihre Haare waren lockig. Auf der Wiese, die zur großzügig angelegten Grünfläche der Uni gehörte, mümmelten zwei braune Wildkaninchen etwas Gras. Ich dachte daran, wie im Sommer die Myxomatose besonders schlimm ausgebrochen war. Überall lagen Dutzende von kranken oder toten Tieren. Als ich eines Tages aus der U-Bahnstation kam, stolperte ich fast über einen aufgedunsenen Rammler, dessen Augen voll waren mit Fliegen. Er hockte einfach da und wartete auf seinen Tod. Damals stellte das Studentendorf einen Kaninchenbeauftragten ein, was ich gut fand, ehe ich erfuhr, dass seine Aufgabe lediglich darin bestand, die toten Tiere zu entsorgen. Auch das kam mir nicht gerade literarisch vor und ich wandte den Blick gen Himmel, in die Wolken, die, anstatt zu hübschen Wattebäuschen aufgetürmt, eher lustlos, träge und grau dahinzogen. Ich wartete ein paar Minuten, aber die Sonne hatte keine Lust, mir durch ein paar aufmunternde Strahlen etwas Literarität zu vermitteln. Da wurde mir das Warten auf die literarische Brille zu langweilig. Ich stand auf, wischte meine Hose ab, sammelte meine Sachen ein und fuhr nach Hause.

Nicht, dass ich ihr nicht glaube. Manchmal, wenn ich alte Texte von mir lese, kommt es mir vor, als seien sie nicht von mir, und das freut mich. Aber im Moment liegt wohl ein Schleier vor meiner literarischen Linse und ich zwinkere oft. Ich warte darauf, dass der Schleier sich hebt und ich drauf losschreiben kann, um die Erwartungen zu erfüllen, die an mich gerichtet sind.

13.1.09 11:50


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Schönheit

An einem langweiligen Sonntag wie diesem fallen mir manchmal die Fragen wieder ein, die mich in schlaflosen Nächten befallen. Heute habe ich über Schönheit nachgedacht. Einfach mal so.

Im Fernsehen begleitete ich heute eine Schönheitskönigin in ihrem absolut stressigen Alltag. Hübsch war sie, keine Frage, aber wenn ich genau drüber nachdenke, weiß ich gar nicht mehr, wie sie aussah. Gestern hingegen sah ich in einem Film eine junge Türkin, die bei einem Wettbewerb gewiss nicht gewonnen hätte, aber sie bleibt als wundervoll in meinem Gedächtnis, wo ich ihr eine Schublade eingerichtet habe.

Mich selber finde ich auch nicht besonders hübsch. Es stört mich meistens nicht weiter, denn für Aufmerksamkeit von Männern brauche ich nur meine Titten nach vorne zu strecken und, für die harten Nüsse, den Schlafzimmerblick aufzusetzen. Die Frauen, deren Aufmerksamkeit ich möchte, blicken sowieso hinter die Kulisse. Und meinen Tieren ist es herzlich egal. 

Letzten Donnerstag, während ich am Eingang die Karten einsammelte und Institutsstempel auf Handrücken verteilte, flirtete ein gutaussehender Mann mit einem Affen auf dem T-Shirt mit mir, was mich wunderte. Leider hatte ich zu Dienstende vergesen, wie er aussah und als ich ihn in der Menge nicht wiederfand, ging ich nach Hause. Überdreht und schlaflos fragte ich mich dann, woran alle anderen Schönheit zu messen scheinen, und ob ich, es oberflächlich findend, so daneben liege.

Männer sind nicht schön. Männer sind sexy oder süß. Mir wäre da zumindest noch nie ein schöner Mann begegnet. Was nicht heißt, dass mir kein Mann gefällt... Es scheinen nur nicht die Symmetriewerte zu zählen, die bei Frauen so ausschlaggebend sind. Ich bin der Sache noch nicht so recht nahe gekommen und dieser Text lässt mich nach wie vor unzufrieden zurück.

Schön scheint mir nur zu sein, wer ein Geheimnis hat. 

18.1.09 19:55


Dichter und Wodka, dichter mit Wodka

Heute morgen wachte ich auf und war plötzlich fest davon überzeugt, mich im Seminarplan vertan zu haben und bereits heute die Klausur zu schreiben,

statt nächster Woche.

 

Ich würde gerne auf Klausuren verzichten. Dann besäße ich nur noch die gesammelten Werke bedeutender und unbedeutender Dichter, würde nichts als Wodka zu mir nehmen und schreiben, bis meine Finger wund werden. Und ich hätte Dichterfreunde, die mich verstehen. 

 

Sonst nichts. Klingt ganz gut.

19.1.09 10:20


Wer trinkt verliert

MC Winkel hat ja vor kurzem ein Resümee seiner hundert alkoholfreien Tage gezogen. Da habe ich doch einmal nachgezählt, und stelle fest, dass ich bei Tag 104 angekommen bin, ohne es zu merken. Dazu kann ich aber doch auch was erzählen.

Nämlich, dass es noch 9 Tage sind, bis ich wieder anfangen darf. Aber gar nicht weiß, ob ich wieder anfangen möchte.

Heute habe ich Schnaps angesetzt, aus zwei Flaschen Korn, aber nicht für mich, sondern für die Party, die gerade oben steigt, während ich auf Marylin aufpasse, deren Eltern meinen Ausbruch von neulich scheinbar doch für weltgewandte Weitsichtigkeit gehalten haben. So nimmt das Leben manch unerwartete Wendung. Das dachte sich vermutlich auch Marylin, als ich es vorhin vorzog, die negative letzte Strophe von "Der Mond ist aufgegangen" durch die meiner Meinung nach kindgerechtere zweite Strophe zu ersetzen. Im Prinzip ist das ganze Lied merkwürdig, aber das fällt einem ja erst dann auf, wenn man den Text mal liest.

Abgenommen habe ich durch den Alkoholverzicht bislang wohl nicht. Ich fühle mich auch weder körperlich noch geistig fitter oder wacher. Ich fühle mich eher alt und langweile mich, wenn ich mich selber betrachte. Vor lauter Langeweile habe ich heute sogar den Hausflur gefegt, also, nur den allerobersten Absatz, dann ging mir doch die Luft aus. Jetzt fliegen aber keine Ballen aus verschiedenfarbigen Hundehaaren mehr unter der Wohnungstür hindurch in die Wohnung.

Mich dürstet nach einem leckeren Desperados, die 0,6 Flaschen natürlich, und mal wieder gepflegt einen drauf machen. Allerdings würde die Gesellschaft meiner selbst mir dafür völlig ausreichen. Es ist tatsächlich so, dass betrunkene Gesellschaft langweilig ist, wenn man selber nüchtern ist oder sogar ein Ärgernis. So wie die kleine Lisa, die gar nicht so klein ist, aber weil sie mit meinem (ebenfalls nicht mehr kleinen) Bruder befreundet ist, kommt sie mir so vor. Sie betrank sich auf der Fachschaftsparty, ließ sich Zigaretten an den Händen ausdrücken und wollte meine Hilfe nicht. Da fällt mir auf, wie sehr ich meinen Bruder vermisse. Mit ihm würde ich wohl ein Bierchen teilen.

Ich weiß immer noch nicht, ob ich nächsten Donnerstag wieder anfange mit dem Trinken. 16 Wochen sind dann um, das Wintersemester (zumindest offiziell) auch. Einige ganz bestimmte Personen würden sich freuen, wenn auch aus den falschen Gründen. Im Moment hab ich so viel zu entscheiden, dass ich es genieße, darüber nachzudenken, ohne eine Entscheidung fällen zu müssen, und ich lasse mich gemächlich auf den Donnerstag zutreiben und schau dann

einfach

mal

was

mein

Kopf

dann

sagt

27.1.09 21:14





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