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Selbsthilfe und ich

Seit mehr als einem Jahr lebe ich nun in einer Beziehung. Meine literarische Freiheit ist etwas eingeschränkt dadurch, dass er mittlerweile mitliest.

 

Was kann ich also schreiben. Von meiner Alkoholsucht. Ja, ich bin süchtig, ich nehme Antisuchttabletten und trinke trotzdem fleißig weiter, ich bin sogar in einer Suchthelbsthilfegruppe. Da gibt es so viel zu erfahren, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

 

Miro ist da, gerade zarte zwanzig Jahre alt. Er hat zwei Psychosen durch Cannabis hinter sich. In der letzten Sitzung erzählte er mehr von sich. Er war der festen Überzeugung, dass er einer Weltverschwörung auf die Schliche gekommen sei, als ihn die . Polizisten fragten: "Konsumieren Sie Cannabis?". Er entgegnete: "Ja, aber was hat das damit zu tun? Sie müssen das doch verstehen, die Welt besteht aus einer Verschwörung".

Danach wurde er eingewiesen, brauchte aber noch eine zweite Psychose zur Einsicht. Mittlerweile ist er zwar Cannabisfrei, aber alkoholabhängig. 

 

Das sagt er selber, er sei alkoholabhängig. Für ihn bedeutet das, dass er alle zwei Tage zwei Flaschen Bier trinkt. Ich versuche mich mit ihm auf gleicher Ebene zu unterhalten, aber ich trinke jeden zweiten Tag eine Flasche Schnaps, das ist schwierig.

 

Franz ist auch da. Er hat unter Kokaineinfluss eine krasse Unfallfahrt verursacht. Führerschein weg, MPU (Idiotentest). Und da gibt es noch Ceilelo, der spielsüchtig ist und jeden Tag in den Spiellokalen rumhängt, bis die Morgensonne graut.

 

Jeden Tag denke ich an die Mitleidenden, und trotzdem fühle ich mich so fern davon. 

 

Jeder davon will aufhören, und ich trinke fleißig weiter und denke nicht daran, aufzuhören.

30.5.14 12:17


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Alfred Holunder

Ich war gerade erst dreizehn, da erregte Alfred Holunder meine Aufmerksamkeit. Er war ein begabter Musiker, er spielte Trompete, Gitarre und sang und über die Musik lernten wir uns kennen. Er war damals schon älter, uns es sollte sich zum ersten Mal begeben, was sich später wiederholte, er verliebte sich in meinen Slip, als ich mich streckte.

Wir küssten uns bei einer Jugendparty und ich war noch im Rausch, als mein Vater mich abholte. Danach belagerte ich ihn. Eines Tages, es war etwa 9 Uhr, war ich in seinem Elternhaus. Sein Vater wässerte gerade den Garten und war etwas erstaunt ob meines Erscheinens, ließ mich aber hinein.

 

Alfred schlief noch, und es roch in seinem Zimmer wie in einem Pumakäfig. Das war mir egal, ich stürzte mich auf ihn wie eine hungrige Hyänin. Was dann passierte,musss auf einen weiteren Blogeintrag warten.

15.5.14 13:57


Danny

Erinnert ihr euch noch an Danny? An das schlimmste Date meines Lebens? Wenn nicht, dann sucht auf meinem Blog danach.

 

Danny hat jedenfalls nicht aufgegeben, er ist scheinbar immer noch hinter mir her. Er soll ja viel Geld haben, hab ich gehört, und er fragt mich jede Woche, was ich so mache. Es ist aber weniger geworden, seitdem offensichtlich ist, dass ich in einer Beziehung bin. Seitdem schreibt er mir, dass ich mich wieder melden soll, wenn ich frei bin. Er hat durchaus Humor, denke ich, oder er ist verzweifelt.

 

Das freut mich natürlich und bringt mich zum Nachdenken. Armer Kerl.

10.9.13 18:24


Was ich so tu

Lang ists her, dass ich hier zuletzt geschrieben hab.

 

Glumm sagt, es sei eine Schande, nun, da werde ich meinem Idol mal eine Freude bereiten und wieder bloggen.

 

Stellt euch vor, Meriche ist in einer ernsthaften Beziehung. Er ist sehr groß, er ist sehr liebevoll. Aber er hat etwas gegen meinen Alkoholkonsum. Kann ich verstehen, war ja selber dieses Jahr zwei Monate in einer Klinik deswegen, aber seitdem geht es mir besser. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, nach dem Austrinken meiner Wodkaflaschen im Bad nach einer Rasierklinge zu suchen, das ist ein Fortschritt. Trotzdem waren die letzten Wochenenden hart, wir haben uns immer gestritten und ich bin aus seiner Wohnung, in die ich quasi eingezogen bin, in meine verdreckte, stinkende Wohnung gefahren, nicht ohne einen Abstecher beim Supermarkt zu machen. Und doch stand ich jeden Sonntag Abend zitternd und schwitzend wieder vor seiner Tür, weil ich ohne ihn völlig die Kontrolle verloren hatte.

 

Im Moment üben wir uns darin, Dinge zu tun, die Pärchen tun, wir gehen in den Zoo und schauen Filme, und er toleriert es, dass ich meinen Schnaps trinke, denn ich habe ihn vor ein Ultimatum gestellt. Heute waren wir sogar gemeinsam zum Mittagessen. Gleich kommt er nach Hause und ich trinke noch schnell ein paar Schlucke, bevor ich kochen muss. Es kotzt mich an, das zu schreiben.

10.9.13 18:04


Killing me softly

Seit ein paar Wochen nehme ich nun die neuen Tabletten. Es ist eingetreten, was der Therapeut versprochen hat, ich habe mehr Energie und bin viel unterwegs. Musik freut das. Ich bin nicht zufrieden... Ich habe komischerweise seitdem wieder eine Handvoll Verehrer, die sich überschlagen, um mich sehen zu können. Die Erwählten bekommen von mir etwas Auserwähltes, aber ich lasse niemanden an mich ran. Wie Alexander.

Alexander kenne ich schon lange. Wir trafen uns bei einem gemeinsamen Hobby und schon als ich ihn zum ersten Mal sah, wusste ich, dass zwischen uns etwas laufen würde. Erst ein Jahr später lagen wir gemeinsam auf meinem Bett in der Jugendherberge und betrieben heftiges Petting. Er war sehr sperrig und steif, und erst später gestand er mir, es habe daran gelegen, dass er noch seine Schuhe trug und meine Bettwäsche nicht schmutzig machen wollte, da musste ich lachen. Wir gingen einige Male miteinander aus, verbrachten auch Silvester miteinander. Alex erzählte mir, er sei früher manisch-deressiv gewesen. Er hatte einmal in seinem Vorgarten eine Chorizo vergraben und glaubte bis heute daran, daraus könne mal ein Chorizo-Baum wachsen.  In seinem Bad stapelten sich die Pillen und eine Folge daraus war, dass er nie kommen konnte, so sehr ich mich auch bemühte. Manches Mal verschlief er unsere Verabredungen. Ich traf ihn oft im Schlafanzug, auch mitten am Tag, und ich verabscheue Schlafanzüge. Es kam wie immer, er rief mich an, und zwar jeden Tag fünf Mal. Ich programmierte meinen Anrufbeantworter neu und ließ ihn jedes Mal drauf sprechen, aber er wurde nicht müde, obwohl ich deutliche Worte gefunden hatte. Eines Tages fragte er mich, ob ich ihn heiraten wolle.

 

Seit ein paar Wochen ruft er nicht mehr an. Ich frage mich, was da passiert ist.

15.6.12 02:20


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